Wasserski-Legende Robert Mureny ist gestorben

Aktualisiert: Feb 9

Am 31. Jänner starb Robert nachdem ihn wegen seiner zunehmenden gesundheitlichen Probleme der Lebenswille schließlich doch verlassen hatte im Kreise seiner Familie im Alter von 97 Jahren. Wir betrauern den Verlust einer der leidenschaftlichsten Ikonen unseres Sports.





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Robert Mureny, geboren 1923 in Wien, beginnt schon früh, seine Liebe zum Wasser auszuleben: als Kind bastelt er sich Wasserfahrzeuge aus Holz und während seiner Tischlerlehre fertigt er Boote an.

Tragisch und außergewöhnlich turbulent sind seine Erlebnisse während des zweiten Weltkrieges, wo er zunächst Arbeitsdienst leisten muss und zum Gebirgsjäger ausgebildet wird. Doch das Kriegsende ist noch keine Erlösung für ihn: schwer verletzt und tagelang unversorgt muss er - mit nur 45 kg Körpergewicht - erst wieder genesen, um dann in Straflagern zu landen.

Der zweite Fluchtversuch gelingt und er schlägt sich vorwiegend zu Fuß von Verona bis nach Wien durch.

Das alpine Skifahren, das er während der Kriegsjahre zeitweise zum Zeitvertreib aber auch rennsportlich ausüben konnte, fasziniert ihn auch weiterhin und die Großstadt verliert für Robert seine Attraktivität.

Er übersiedelt ins Salzkammergut, wo er neben seiner Ausbildung zum Tischlermeister auch dem Skirennsport nachgehen kann.

Schließlich widmet er sein Leben gänzlich dem Sport: im Sommer gibt er Tennis- und Schwimmunterricht am Mondsee, im Winter arbeitet er als Skilehrer in Obertauern. Nach seiner Prüfung zum Staatlichen Skilehrer im Jahr 1953 unterrichtet er am Arlberg unter anderem so prominente Gäste wie die Königin der Niederlande, den Schah von Persien und den späteren Bundeskanzler Bruno Kreisky.

1954 lernt er am Luganer See den Wasserskisport kennen. Sofort gründet er seine eigene Wasserskischule – in St. Gilgen am Wolfgangsee.

Er erkennt, dass die klimatischen Bedingungen in Kärnten dafür besser sind und im folgenden Jahr eröffnet er vorerst gemeinsam mit der späteren Präsidentin unseres Verbandes, Brigitta Felder, eine Wasserski- und Drachenflugschule mit Bootshaus und zwei Booten in Reifnitz am Wörthersee.

1956 wird der Wasserskiclub Reifnitz gegründet.


Robert wird zum Pionier des Sports. Auch in technischen Belangen betreffend Bootsmotoren und Para-Gleitschirmen für den Einsatz hinter Motorbooten setzt er neue Maßstäbe.



Als Leistungsträger des ÖWWV erringt er im Lauf der Jahrzehnte zahlreiche nationale und internationale Meistertitel:

1956 erstmals Landesmeister von Kärnten

1957 erstmals Österreichischer Staatsmeister

1959 “Florida State Mens Champion”

1959 und 1960 Gewinner der „All American Championships“ in der Seniorenklasse

1961 erstmals Europameister der Senioren (19 weitere Europameistertitel sollten folgen)

1962 erstmals Gewinner der Europameisterschaft im Schleppdrachenflug

1965 Teilnehmer an der Wasserski WM in Australien


Robert (ganz links) mit Präsidentin Brigitta Felder und Teamkollegen Lisl Schuh-Feuchtinger, Renate Hanslufka, Stefan und Bernd Rauchenwald und Gerhard Rainer bei der WM 65

In einer Zeit, da Spitzensportler aus ganz Europa an den Wörthersee zum Wasserskitraining kommen, wird Robert zur Gallionsfigur, die den trendigen Lifestyle-Sport an unzählige Gäste aus dem In- und Ausland voller Hingabe vermittelt.

Seine Wasserskischule in Reifnitz erlangt Bekanntheit auf der ganzen Welt als Trainingscenter und Touristenattraktion.


Ab 1968 arbeitet er als Skilehrer in der Innerkrems, um im Winter näher bei seiner Familie sein zu können. Ebenso betreibt er dort eine Gaststätte, die er 1978 verkauft, um in der Karibik eine Jacht anzuschaffen und ins Chartergeschäft einzusteigen.

Ab 1981 benutzt er das Segelschiff als Hausboot in einer Lagune auf St. Maarten. Dort verdient er nun auch während der Wintermonate mit eigenem Motorboot seinen Lebensunterhalt mit dem Schleppen von Wassersportlern.

1988 übergibt er den Reifnitzer Betrieb seinem Sohn Rene’, der nun auch Bootshandel mit Marina und Winterlager betreibt.

Ein verheerender Hurrikan zerstört 1999 Roberts Boote in der Karibik und damit seine Lebensgrundlage, was ihn wieder an die vier Jahreszeiten in Kärnten fesselt.


In den warmen Sommermonaten ist er nach wie vor von früh bis spät täglich am Wasserskisteg zu finden und bei guten Bedingungen dreht er auch noch bis zu seinem 89. Lebensjahr selbst regelmäßig seine Wasserskirunden.


Und als Trainer der Vereinsjugend lässt er es sich bis kurz vor seinem Tod im Jahr 2021 nicht nehmen, dem Nachwuchs seinen geliebten Sport mit Leidenschaft zu vermitteln.


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